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Warum-brechen-Studierende-ihr-Studium-ab

Warum brechen Studierende ihr Studium ab ? Wie Heike Schmoll in der FAZ vom 29. Juli 2015 darlegt [Auslassungen und Hervorhebungen von mps] „… ergab die neueste Exmatrikuliertenbefragung der Universität […], die in den Jahren 2010 bis 2014 alle ihre Abgänger online befragt hat […] keinen einfachen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, der Studienabbruch hat immer mehrere Gründe.

Unter den […] Abbrechern gab es so gut wie keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Fachbereichen der Universität. Die naheliegende Vermutung, dass Naturwissenschaftler ihr Studium häufiger abbrechen, trifft dort nicht zu.“ […]

Erschreckend sei der große Anteil derer, die klar sagten, dass ihnen Kenntnisse und Techniken zum Verfassen schriftlicher und akademischer Arbeiten fehlten (52 Prozent der Absolventen und 45 Prozent der Abbrecher).

 

Perikles-und-Cicero-und-‚der‘-Grieche

Vorsicht – Ironie …
Berufene Blicke auf ‚den‘ Griechen –
von einem Griechen und einem Römer

 

von Thukydides

Dennoch müsst Ihr, da Ihr einem großen Staat angehört und in einer ihm entsprechenden Gesinnung aufgezogen seid, entschlossen sein, selbst den schwersten Schlägen des Schicksals standzuhalten und Eure Stellung zu behaupten. Denn die Welt pflegt mit Recht denjenigen ebenso sehr zu tadeln, der aus Zaghaftigkeit hinter dem Ruf, den er genießt, zurückbleibt, wie sie denjenigen hasst, der mit Frechheit auf eine Geltung, die ihm nicht zukommt, Anspruch erhebt. Vor allem aber müsst Ihr Euren persönlichen Verlust verschmerzen und nach der Rettung des Ganzen streben. […]

Wenn man sich dagegen anderen untertänig macht, so verliert man in der Regel auch, was man von Anfang an besessen hat. Unsere Väter haben es unter Kämpfen und nicht etwa, indem sie es von anderen empfingen, erworben, und außerdem haben sie es behauptet und uns überliefert; strebt danach, in beiden Punkten nicht schlechter zu erscheinen als sie. Denn es ist schimpflicher, sich, was man besitzt, entreißen zu lassen, als bei dem Versuch zu erwerben zu scheitern. Tretet vor allen Dingen den Feinden nicht bloß mit mutvoller Zuversicht, sondern auch mit edlem Stolz entgegen. […]

Ihr aber, blicket Ihr nun hin auf das, was für die Zukunft schön und für die Vergangenheit nicht schimpflich sein wird, und schafft mit jetzt neuem Eifer beides: Schickt zu den Lakedaimoniern (= Spartanern) keine Gesandtschaften mehr und zeigt Euch nicht mehr durch Euer augenblickliches Unglück niedergebeugt; denn wo man dem Schicksal gegenüber sich in seinem Denken am wenigsten betrübt und durch die Tat am meisten Widerstand leistet, da ist unter Staaten wie unter einzelnen Bürgern die höchste Tüchtigkeit zu finden.

[Perikles von Athen, bei: Thukydides: Der Peloponnesische Krieg II 61, 4; 62, 3; 64, 6]

 

von Marcus Tullius Cicero

Nicht dass die Philosophie aus griechischer Literatur und durch griechische Lehrer nicht erfasst werden könnte; sondern mein Urteil war immer, Römer haben, was sie erfunden haben, für sich weiser erfunden als die Griechen, oder was sie von diesen empfangen haben, besser gemacht. […] Denn die Sitten und die Einrichtungen des Lebens und die inneren und häuslichen Angelegenheiten bewahren wir wahrlich besser und herrlicher; den Staat aber haben unsere Vorfahren sicher durch bessere Anordnungen und Gesetze gestaltet. […]

Damit hält weder Griechenland noch sonst ein Volk den Vergleich aus. Denn wo findet sich sonst eine solch ernste Würde, wo eine solche Standhaftigkeit, Seelengröße, Rechtschaffenheit und Treue, wo irgend überhaupt so treffliche Tugend aller Art, dass sie mit unseren Vorfahren zusammengestellt werden dürfte ? In Bildung und vielseitiger Wissenschaft übertraf uns Griechenland – leicht war der Sieg, wo kein Gegner war. […]

Die Philosophie lag bis auf die Gegenwart darnieder und fand keinen, der in ihr ein Licht in der lateinischen Literatur anzündete. Diese nun aufzuklären und zu erwecken, dazu fühle ich mich berufen. […] Deshalb ermuntere ich alle, die es können, dass sie auch auf diesem Gebiet den Ruhm dem schon erschlaffenden Griechenland entreißen und in diese Stadt herübertragen. […]

Wenn nun diese Wissenschaft zu uns herübergebracht worden ist, werden wir nicht einmal mehr die griechischen Bibliotheken brauchen, in denen eine unendliche Anzahl von Büchern steht wegen der Vielzahl der Leute, die etwas geschrieben haben. Es wird nämlich von vielen das Gleiche gesagt, daher stopfen sie alles mit Büchern voll.

[Cicero aus Rom, in: Tusculanae disputationes I 1-3; 5; II 5/6]

 

Bewusstsein-und-Platon

Geist und Natur – wie kommt das Eine zum Andern ?

(zu: FAS vom 14.01.2018 [Wissenschaft], S. 64 f.)

 

Wie entsteht Bewusstsein, und was ist es aus sich heraus und für sich ? – Die Verbindung, welche die norwegische Philosophin Hedda Hassel Mørch von physikalischen Hirnzuständen zu der Frage herstellt: Was ist physikalische Materie in und aus sich selbst ? – also hinter beschreibbaren, weil verwirklichten, konkretisierten mathematischen Strukturen … ist einleuchtend und nicht ohne Vorgänger.

Ein Weiterer könnte die Überlegungen Mørchs stützen: in anderer Metaphorik, aber durchaus vergleichbar der modernen Gegenüberstellung Hardware – Software entwirft Platon im Athen des 4. Jh. v. Chr. im Zuge seiner ‚Ideenlehre‘ (Phaidon, Phaidros) die Unterscheidung zwischen einer transzendenten Welt der ‚Ideen‘ als abstrakten Begriffen, Vorstellungen sowie ihren (welt-) immanenten Verwirklichungen, physi(kali)schen Konkretionen. In den ‚Ideen‘ sind die Gesetzmäßigkeiten ‚angelegt‘, nach welchen physikalische Teilchen (auf das Bewusstsein übertragen etwa: Neuronen) in dieser Welt messbar miteinander korrelieren, sind die Regeln ‚an sich‘ grundgelegt, welche sich in Vorgängen nach beobachtbaren Gesetzen und ableitbaren Formeln innerweltlich abbilden.

Qualitates an sich, für sich, in sich (intrinsisch) werden sichtbar, finden Aus-druck in den Relationen physi(kali)scher Details, fester = körperlicher Partikel zueinander (Mørch verweist hier auf Newtons Physik), und während diese allein in ihrem Beziehungsspiel, darstellbar in mathematischen Strukturen (← Galilei), Existenz gewinnen (also in Bezug auf Andere), besitzen jene Wirklichkeit ‚für sich‘. Die Qualitas als Anlage in der Begriffswelt (= Hardware) hat ihr Sein für sich alleine genommen, steht mithin absolut, sie zeigt ihre Eigenschaften und verwirklicht diese (in Wechselwirkung mit, also relativ zu Anderen) in den durch sie vorgegebenen, in ihr angelegten Abläufen und Funktionen (= Software) innerhalb der Konkretionswelt.

Struktur ist relational, Bewusstsein ‚an sich‘ nicht: insofern ist Bewusstsein als abstrakter, als absoluter Begriff mit integriertem Regelsystem, zugleich als Entwurf von Materie in einem auch organischen Sinne (→ Leibniz, Russell) der Ideenwelt Platons zugehörig, besitzt die Wirklichkeit platonischer Ideen – bewusste Reaktionen, Erfahrungen und Empfindungen des existierenden Hirnbereichs nach möglicherweise strukturell implementierten physikalisch-biochemischen Mechanismen, also in Relation zueinander erst existierend, sind dessen Äußerungen im hic et nunc der materialen Welt und haben Abbildcharakter als Realisierungen platonischer Ideen in der Immanenz.

Michael P. Schmude, Lahnstein

 

Notizen-aus-einem-anderen-Leben

Notizen aus einem anderen, lange vergangenen Leben …

 

Zum Einstieg: „Unsere Jugend liebt den Luxus, sie hat schlechte Manieren, missachtet Autorität und hat keinen Respekt vor dem Alter. Die heutigen Kinder sind Tyrannen, sie stehen nicht auf, wenn ein älterer Mensch das Zimmer betritt, sie widersprechen ihren Eltern, schwätzen beim Essen und tyrannisieren ihre Lehrer …“ – nein, kein Klageruf eines geplagten Studienrats im frühen 21. Jahrhundert, sondern – nach Ausweis seiner Stimme Platon [sinngemäß in Politeía, Buch VIII, 563 a4-b2: der genaue Wortlaut dieses dem Sokrates zahllose Male von Schülerzeitung bis Bischofsrede in den Mund gelegten Bonmots ist bei Platon selbst nirgendwo belegbar] – der eines gewissen Sokrates von Athen, und dieser wurde bekanntlich bereits im Jahre 399 vor Christus angeklagt, zum Tode verurteilt und hingerichtet – nicht von seinen Schülern, allerdings von deren Eltern …

Aber schon zweitausend Jahre vor Christus findet sich, in einer Keilschrift aus der Stadt Ur gemeißelt, der Befund „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Das Ende der Welt ist nah“; und noch 1274 nach Christus vermerkt ein Petrus Monachus „Die jungen Leute von heute denken an nichts Anderes als an sich selbst. Sie reden so, als wüssten sie Alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit“.

Kaum ein anderes Miteinander oder Zusammenspiel, pädagogisch korrekt „Interaktion“, scheint sorgsamer umhegt von guten Ratschlägen und noch besserem Wissen als dasjenige von Schülernden und Lehrenden, was und wie der Eine zu handeln, was und wie die Anderen zu erleben haben – aber das sei der geballten Fachkompetenz der Talkshows, Expertenrunden und der theoretischen Journale anheimgestellt. Das Spannungs- und Wechselverhältnis zwischen Beiden hat nachfolgender Altmeister der Beredsamkeit zum Gegenstand einer launigen rhetorischen Fingerübung gemacht: als der Reformator Melanchthon, als Philipp Schwarzert seines Zeichens eigentlich ordentlicher Professor für Griechisch in Heidelberg, um das Jahr 1530 vor Scholaren der Universität Wittenberg De miseriis paedagogorum deklamierte, bemühte er (cap. 1) zu seiner heiter-ironischen, gewiss nicht ganz ernst gemeinten Darstellung von Leben, Arbeit und Erfolg des Standes der Schulmeister eine Fabel des lydisch-griechischen Sklaven Aesop, in welcher (196) der Esel vor Zeus tritt, um diesem sein wie seiner Genossinnen und Genossen hartes Los zu schildern, wie er unter der täglichen Arbeit in der Tretmühle zuammenzubrechen und aufgezehrt zu werden droht – aber welcher Esel habe in welcher Tretmühle jemals solche Mühsal zu ertragen gehabt wie der durchschnittliche paedagogus am Mühlstein der Lehre und Unterweisung.

Und da fährt unser praeceptor Germaniae doch tatsächlich und wörtlich fort (cap. 2): “Wenn Jemand gezwungen wird, ein Kamel das Tanzen zu lehren oder einen Esel, auf der Flöte zu spielen, wird man den nicht schon in besonderer Weise ‘arm dran‘ nennen, der sich vergeblich damit größte Mühe gibt ? Und doch ist dies erträglicher, als unsere Jungen zu lehren: denn wie Du keinen Fortschritt erzielst im Unterrichten eines Kameles oder Esels, so vergrößern Dir jene doch wenigstens nicht noch die Plage durch Ungezogenheit. Aber diese schönen Jungen da …“ – von Mädchen war noch keine Rede …

In der Unterwelt muss der große Lügner Sisyphus zur Strafe einen Felsen den Abhang hoch wälzen, der ihm dann kurz vor dem Gipfel wieder entgegenkommt und umso schneller zurück ins Feld hinunterrollt (cap. 3) – ein Sinnbild vergeblicher Liebesmüh vieler Sterblicher, und für unseren Lehrmeister eben auch des paedagogus und seines ganz besonderen Felsen: nur unter Zwang nehme der Schüler ein Buch zur Hand, und allein bei seinem Anblick wie beim Vortrag des Lehrers übermanne den Sorglosen der Schlaf der Gerechten, so daß eine ganz neue Kompetenz vonnöten ist – discipuli expergefaciendi – die des Aufweckens des Schülers. Die Abwesenheit jeglicher Gedächtnisleistung komme geradezu der Goldenen Regel bei Gastmahl und Gelage gleich, nach welcher am meisten verhasst der sich erinnernde Mit-Zecher sei …

Doch jetzt einmal ernsthaft – das Folgende, geneigte/r Lesende/r, hätte Sie in jedem besseren Kurs in Latein wie Griechisch wie Philosophie treffen können: Polybios und Cicero über den Kreislauf der Verfassungen und die Mischverfassung als die beste Staatsform.

Ein Grundlagentext jeder politischen Debatte ist senza dubbio Ciceros De re publica, und hier vor Allem das erste Buch, mit welchem die staatstheoretische Diskussion des Hellenismus, namentlich im Peripatos, zusammengefasst wird. Das Werk stellt sich mit seinem Titel in die Nachfolge von Platons Politeía; eine Antwort aus christlicher Sicht gibt der Kirchenvater Augustinus in seiner Civitas Dei. Schon der Apologet Laktanz setzt sich in B. 5 und 6 seiner Divinae institutiones (304 ff.) mit Ciceros Schrift auseinander. Weitergeführt werden die staatstheoretischen Entwürfe durch Thomas Morus‘ Utopia (1516), Thomas Hobbbes‘ Leviathan (1651) oder John Lockes (zweiten der) Two treatises of government (1690), aber auch in Charles de Montesquieus Prinzip der Gewaltenteilung De l’esprit des lois (1748), J.J. Rousseaus Contrat social (1762) sowie den Rechtsphilosophien Immanuel Kants (1785 ff.) und G.F.W. Hegels von 1820.

Kerngedanken des ersten Buches sind der Kreislauf der wechselnden Verfassungen und die Mischverfassung als die beste Staatsform, verwirklicht im besten empirisch existenten Gemeinwesen – Rom: dies jedenfalls die Überzeugung des griechischen Historikers Polybios (um 200 bis nach 120 v. Chr.), kriegsgefangener Offizier aus dem Achäischen Bund und in Rom sodann Mitglied des legendären ‚Scipionenkreises‘ um den jüngeren Africanus (185-129). Tatsächlich ist der Dialog zwischen 54 und 51 entstanden.

Der Gedanke der Mischverfassung, welche Elemente der drei ‚klassischen‘ Staatswesen Monarchie, Aristokratie und Demokratie (Aristoteles, Politiká 1279 a 22 ff.) in sich vereint, um ihre (gleichfalls drei) Entartungsformen zu vermeiden, wird auf Dikaiarchos, Aristoteles-Schüler und praktischer Politiker seiner Heimatstadt Messene (* vor 340 v. Chr.), zurückgeführt. Polybios entwickelt ihn zusammen mit der Auffassung von der Anakýklōsis, dem Kreislauf der Verfassungen (Arist. Pol. 1286 b 10-22), ausführlich in Buch VI seiner Historien (c. 3-9) und liefert somit die Grundlage für die entsprechenden Partien in Scipios bzw. Ciceros Verfassungsentwurf (rep. I 42-53: die Grundformen und ihre Entartungen; 65-68: der Kreislauf; 69: die gemischte Form): Verfassungen kommen und gehen, sind vorbildlich, geraten aus den Fugen und außer Kontrolle, und vor Entartung und Zerfall schützt alleine die vernunftgesteuerte Mischung aus Allen, indem sie die Vorzüge einer Jeden nutzt und ihren Schwächen keinen Raum gibt.

Wie es hingegen in einer Bürgerschaft schon bald zugehen kann, wenn etwa das Volk den ungerechten König, den Tyrannen stürzt, die Macht übernimmt, doch dann nicht über sich selbst zu herrschen vermag, beschreibt Scipio mit den drastischen Worten Platons (Pol. 555 e 1 ff.) – und diese sprechen für sich, haben es sogar bis in einen Leitartikel der FAZ vom 11.08.2016 „Freie Bürger, zarte Seelen“ geschafft:

(66) „Cum inexplebiles populi fauces exaruerunt libertatis siti, malisque usus ille ministris non modice temperatam sed nimis meracam libertatem sitiens hausit, tum magistratus et principes, nisi valde lenes et remissi sint et large sibi libertatem ministrent, insequitur insimulat arguit, praepotentes reges tyrannos vocat. […] (67) eos, qui pareant principibus, agitari ab eo populo et servos voluntarios appellari; eos autem, qui in magistratu privatorum similes esse velint, eosque privatos, qui efficiant, ne quid inter privatum et magistratum differat, efferunt laudibus et mactant honoribus, ut necesse sit in eius modi re publica plena libertatis esse omnia“.

Der Durst nach Freiheit macht empfänglich für einen allzu reinen, nicht maßvoll gemischten Trunk, von schlechten Mundschenken gereicht, und lässt das Volk jede Art von staatlicher Autorität (principes) sogleich wieder als Tyrannis, Gehorsam indes und Trennung von Amt und Person als freiwillige Knechtschaft beklagen, Laissez-faire zum Maß aller Dinge erklären. Und der Beschreibung dieser neuen Gesellschaft muss eine – soziologisch korrekt bereinigte – Wertung nicht eigens angefügt werden:

„ … ut et privata domus omnis vacet dominatione et hoc malum usque ad bestias perveniat, denique ut pater filium metuat, filius patrem neclegat, absit omnis pudor, ut plane liberi sint, nihil intersit civis an peregrinus, magister ut discipulos metuat et iis blandiatur, spernantque discipuli magistros, adulescentes ut senum sibi pondus adsumant, senes autem ad ludum adulescentium descendant, ne sint iis odiosi et graves; ex quo fit ut etiam servi se liberius gerant, uxores eodem iure sint quo viri, inque tanta libertate canes etiam et equi, aselli denique libere sic incurrant, ut iis de via decedendum sit. ergo ex hac infinita licentia haec summa cogitur, ut ita fastidiosae mollesque mentes evadant civium, ut si minima vis adhibeatur imperii, irascantur et perferre nequeant; ex quo leges quoque incipiunt neclegere, ut plane sine ullo domino sint [– recht frei nach Politeía 562 c 8 – 563 e 1].

Am Ende steht die Einebnung aller vernunftgegebenen Unterschiede, Anbiederung und Verhöhnung jeglichen Ansehens, Unfähigkeit zu Loyalität gegenüber einer Staatsgewalt (imperium) und ihren Gesetzen, ist aus der radikalen Freiheit (nimis meraca libertas) eine ins Lächerliche übersteigerte Schrankenlosigkeit (infinita licentia) geworden, welcher jede gesellschaftliche Struktur abhanden gekommen ist.

Es sind unterschiedliche literarische Ausdrucksformen, in welchen sich gesellschaftspolitische Debatte und die Entwicklung des sozialen Umfelds spiegeln, die (Selbst-)Behauptung darin wie das Finden des eigenen Lebensstandpunktes vollziehen, gesellschaftstheoretische (als Form sozialer) Kompetenz sich in der Begegnung mit den Grundstrukturen des eigenen Gemeinwesens entwickelt – diese ist eine davon …

Michael P. Schmude, Lahnstein

 

 

5 Gedanken zu „Blog“

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